Freitag, November 03, 2006
Was bisher geschah: Teil II (16.-22.10.)
Am Montag waren wir in einer sogenannten 'Chupitería'. Für alle die nicht wissen was das ist: da gibt es Shorts, also eine Art Cocktail in 5cl Gläsern, die hauptsächlich aus Schnaps bestehen. In dieser einen sogar 120 Verschiedene und weil man die ja nicht alle ausprobieren kann (geldmäßig), bestellt halt jeder was anderes und alle probieren. Irgendwie muss dann der Barkeeper statt Nummer 72 - 62 verstanden haben, so dass wir dann, nichts ahnend, von diesem tranken.
Luzifermäßig.... als ich dann mal auf die Karte schaute, sah ich dass ich so eine Vodka !!!TABASCO!!! Mischung getrunken hatte. Selbst am nächsten Tag hat das immer noch gebrannt und der Typ hinter dem Tresen grinste nur.
Uns Erasmusstudenten hat in einer Vorlesung mal ein Professor gefragt, was wir denn an unserer Heimat vermissen würden. So spontan viel mir da nichts ein und so wiederholte ich das was die Französin vor mir sagte (die Grünanlagen, Parks). Ich hätte noch das Radfahren - man braucht einfach gar nicht dran zu denken, ich hab's mal versucht, aber das ist Selbstmord - und die Musik in den Discos erwähnen wollen. Letzteres Leid klagte ich einem meiner Mitbewohner der, der Musik die aus seinem Zimmer dringt nach zu schliessen, auch Rock hört und mich dann Mittwoch mit auf ein Metal-(oder sowas aehnliches)Konzert nahm. War mit den 30Anwesenden auch etwas familiärer.
Sonntag dann das Highlight für alle Fans des Spanischen Fußballs: Madrid vs Barca und weil man sich sowas ja nicht entgehen lassen kann, sind wir in eine der vielen Bars gegangen. Dicht gedrängt und sehr sehr lautstark verfolgten die Spanier das Spiel. Falls man mal auf der Suche nach neuen Schimpfworten ist, wird man hier sicher fündig. Aber trotzdem schön das beide Lager, von den nicht ganz so ernst gemeinten Flüchen abgesehen, sich so friedlich zusammen das Spiel ansahen. Erwähnenswert find ich noch, dass man hier Schwalben mit 'Italiano!' kommentiert. Richtig so!
Back to School
Für alle die Ihre Schule vermissen oder zumindest sich nicht mehr genau daran erinnern können wie es damals so war und vielleicht noch mal, ein letztes Mal, das Gefuehl haben wollen wirklich unterdrückter Schueler zu sein... bitte!
Nun hab ich das Glück in Deutschland noch auf Diplom studieren zu dürfen, so dass ich nicht weiß wie es heutzutage um die Bachelor und Master bestellt ist, aber hier fängt es ja schon damit an, dass man sich aus einer Liste mit Kursen einige raussuchen - und sich dann auch (ich für meinen Teil) im Erasmusbuero einschreiben muss. Wenn man dann doch auf die ja absurde Idee kommen sollte, dass einem der Kurs nicht gefällt, muss man halt wieder ins Büro gehen und um Tausch bitten. Dazu kommt, dass man in jedem Kurs (ich muss dazu sagen, damit hab ich mich bis jetzt geweigert) ein sogenannten 'ficha' (ich glaube der heisst so) beim Lehrer... aehh Professor abgeben muss, auf dem dann so alle persönlichen Daten vermerkt sind (incl. Ausweisnummer). Eine Anwesenheitspflicht versteht sich von selbst. Es gibt wieder Hausaufgaben (was ich leider immer überhöre) und Referatsthemen werden zugeteilt.
Ich hoffe nur, dass ich es nächstes Semester schaffe in meine fachfremden Vorlesungen zu kommen.
Letztens hatte ich eine kleine Diskussion mit meiner Spanischlehrerin als wir zum wiederholten Male das Imperativ behandelten und ich es mittlerweile wirklich kann. Ich wollte nicht nochmal alles mitschreiben und als sie dies bemerkte wies sie mich an es zu tun worauf ich mich weigerte. Was natürlich gar nicht ging. Geschrieben hab ich trotzdem nichts.
In den Vorlesungen herrscht auch eine erstaunliche Ruhe, keiner spricht (im krassen Gegensatz zu Deutschland), keiner trinkt, isst oder kommt zu spät.
Die Mensa hier ist auch spassig. Im Comedor kauft man sich für 3EUR eine Essensmarke, geht damit an zwei Angestellten vorbei die fein säuberlich prüfen dass man auch ja Student ist und kann sich dann an DIE Schlange anstellen. Ja - Auswahl gibt es halt nicht. Friss oder stirb. Also meklig oder sogar Vegetarier sollte man einfach nicht sein, aber wenn das auf einen nicht zutrifft ist das Essen, meiner Meinung nach, auch echt gut. Es gibt einen Teller mit Salat mit irgendeiner Vorspeise, manchmal Suppe, dann einen Teller mit dem Hauptgericht, dazu 'Brot' (also Baguette) und Obst. Wasser (aus der Leitung) gibt's kostenlos, genau so wie ein Bier oder Wein. Servietten und Besteck werden auch zugeteilt. Nachschlag kann man sich auch holen, was ich aber bisher, bei der schon so recht reichhaltigen Menge, noch nie brauchte.
Auf die Frage hin, warum die Spanier denn schon Mittags Alkohol trinken muessten antwortete einer: 'Wir sind doch volljaehrig?!' - dann mal Prost!
typisch Schuetze
Leider bin ich immer noch ein bisschen verletzt so dass ich mich entschieden habe meinen Fuss bis zum Ende auszukurieren und deshalb keinen Laufsport (wie Badminton, Volleyball etc) zu machen. Als dann ein Kumpel von mir den Vorschlag machte, er wuerde doch gerne mal Bogenschiessen machen, dachte ich mir dass ich meinem Sternzeichen ja mal alle Ehre machen koennte. Leider sind die Sportkurs hier viel zu teuer (60EUR/ Semester) aber man ist ja sowas wie im Urlaub! ;-) (leider muss ich mir das viel zu haeufig sagen) Dafuer war der Kurs aber echt lustig. Den innersten Kreis (5cm? Durchmesser) hab ich zwar noch nicht getroffen, aber aus schaetzungsweise 20m Entfernung einen mit 15cm Durchmesser.
Spanische Episoden IV
*pero perro: Hunde gibt es ja hier, wie schon frueher erwaehnt, reichlich. Ist ja auch kein Wunder wenn Spanien die, ich glaube, weltweit niedrigste (ja! noch hinter Deutschland!!!) Geburtenrate hat. Einmal wollten wir zu einem Kumpel nach Hause gehen und vor der Haustuer stand ein relativ grosser, aelter aussehender und zitternder Hund ohne Herrschen, welcher in die selbe Tuer wollte. Nach einigem Ueberlegen wie wir jetzt an diesem Hund vorbei kommen ohne dass er mit ins Haus kommt, ging ein Spanier rein und das Problem hatte sich somit auch geklaert. Drinnen folgte uns der Hund dann aber weiterhin, aber die gleiche Prozedur wollten wir dann doch nicht an der Wohnungstuer wiederholen, so dass wir ein bisschen ratlos dastanden. Nach einer Weile hoerten wir dann aus dem Erdgeschoss eine Stimme rufen und da uns nichts anderes uebrig blieb, fragten wir den, auch aelteren und genauso wie der Hund heruntergekommenden Mann ob dieser ihm gehoere. Wir waren zumindest einstimmig der Meinung das dieser bejahte. Irgendwie hatte ich den Eindruck dass der Hund sich vor seinem Herrschen fuerchtete, aber was soll man machen? Der Hund wollte nicht zu ihm, so dass sich der Alte die Treppen raufquaelte um sich dann den Hund zu krallen. Wir haben ihm dann noch den Fahrstuhl aufgehalten und alles verdraengt.
Am Montag waren wir in einer sogenannten 'Chupitería'. Für alle die nicht wissen was das ist: da gibt es Shorts, also eine Art Cocktail in 5cl Gläsern, die hauptsächlich aus Schnaps bestehen. In dieser einen sogar 120 Verschiedene und weil man die ja nicht alle ausprobieren kann (geldmäßig), bestellt halt jeder was anderes und alle probieren. Irgendwie muss dann der Barkeeper statt Nummer 72 - 62 verstanden haben, so dass wir dann, nichts ahnend, von diesem tranken.
Luzifermäßig.... als ich dann mal auf die Karte schaute, sah ich dass ich so eine Vodka !!!TABASCO!!! Mischung getrunken hatte. Selbst am nächsten Tag hat das immer noch gebrannt und der Typ hinter dem Tresen grinste nur.
Uns Erasmusstudenten hat in einer Vorlesung mal ein Professor gefragt, was wir denn an unserer Heimat vermissen würden. So spontan viel mir da nichts ein und so wiederholte ich das was die Französin vor mir sagte (die Grünanlagen, Parks). Ich hätte noch das Radfahren - man braucht einfach gar nicht dran zu denken, ich hab's mal versucht, aber das ist Selbstmord - und die Musik in den Discos erwähnen wollen. Letzteres Leid klagte ich einem meiner Mitbewohner der, der Musik die aus seinem Zimmer dringt nach zu schliessen, auch Rock hört und mich dann Mittwoch mit auf ein Metal-(oder sowas aehnliches)Konzert nahm. War mit den 30Anwesenden auch etwas familiärer.
Sonntag dann das Highlight für alle Fans des Spanischen Fußballs: Madrid vs Barca und weil man sich sowas ja nicht entgehen lassen kann, sind wir in eine der vielen Bars gegangen. Dicht gedrängt und sehr sehr lautstark verfolgten die Spanier das Spiel. Falls man mal auf der Suche nach neuen Schimpfworten ist, wird man hier sicher fündig. Aber trotzdem schön das beide Lager, von den nicht ganz so ernst gemeinten Flüchen abgesehen, sich so friedlich zusammen das Spiel ansahen. Erwähnenswert find ich noch, dass man hier Schwalben mit 'Italiano!' kommentiert. Richtig so!
Back to School
Für alle die Ihre Schule vermissen oder zumindest sich nicht mehr genau daran erinnern können wie es damals so war und vielleicht noch mal, ein letztes Mal, das Gefuehl haben wollen wirklich unterdrückter Schueler zu sein... bitte!
Nun hab ich das Glück in Deutschland noch auf Diplom studieren zu dürfen, so dass ich nicht weiß wie es heutzutage um die Bachelor und Master bestellt ist, aber hier fängt es ja schon damit an, dass man sich aus einer Liste mit Kursen einige raussuchen - und sich dann auch (ich für meinen Teil) im Erasmusbuero einschreiben muss. Wenn man dann doch auf die ja absurde Idee kommen sollte, dass einem der Kurs nicht gefällt, muss man halt wieder ins Büro gehen und um Tausch bitten. Dazu kommt, dass man in jedem Kurs (ich muss dazu sagen, damit hab ich mich bis jetzt geweigert) ein sogenannten 'ficha' (ich glaube der heisst so) beim Lehrer... aehh Professor abgeben muss, auf dem dann so alle persönlichen Daten vermerkt sind (incl. Ausweisnummer). Eine Anwesenheitspflicht versteht sich von selbst. Es gibt wieder Hausaufgaben (was ich leider immer überhöre) und Referatsthemen werden zugeteilt.
Ich hoffe nur, dass ich es nächstes Semester schaffe in meine fachfremden Vorlesungen zu kommen.
Letztens hatte ich eine kleine Diskussion mit meiner Spanischlehrerin als wir zum wiederholten Male das Imperativ behandelten und ich es mittlerweile wirklich kann. Ich wollte nicht nochmal alles mitschreiben und als sie dies bemerkte wies sie mich an es zu tun worauf ich mich weigerte. Was natürlich gar nicht ging. Geschrieben hab ich trotzdem nichts.
In den Vorlesungen herrscht auch eine erstaunliche Ruhe, keiner spricht (im krassen Gegensatz zu Deutschland), keiner trinkt, isst oder kommt zu spät.
Die Mensa hier ist auch spassig. Im Comedor kauft man sich für 3EUR eine Essensmarke, geht damit an zwei Angestellten vorbei die fein säuberlich prüfen dass man auch ja Student ist und kann sich dann an DIE Schlange anstellen. Ja - Auswahl gibt es halt nicht. Friss oder stirb. Also meklig oder sogar Vegetarier sollte man einfach nicht sein, aber wenn das auf einen nicht zutrifft ist das Essen, meiner Meinung nach, auch echt gut. Es gibt einen Teller mit Salat mit irgendeiner Vorspeise, manchmal Suppe, dann einen Teller mit dem Hauptgericht, dazu 'Brot' (also Baguette) und Obst. Wasser (aus der Leitung) gibt's kostenlos, genau so wie ein Bier oder Wein. Servietten und Besteck werden auch zugeteilt. Nachschlag kann man sich auch holen, was ich aber bisher, bei der schon so recht reichhaltigen Menge, noch nie brauchte.
Auf die Frage hin, warum die Spanier denn schon Mittags Alkohol trinken muessten antwortete einer: 'Wir sind doch volljaehrig?!' - dann mal Prost!
typisch Schuetze
Leider bin ich immer noch ein bisschen verletzt so dass ich mich entschieden habe meinen Fuss bis zum Ende auszukurieren und deshalb keinen Laufsport (wie Badminton, Volleyball etc) zu machen. Als dann ein Kumpel von mir den Vorschlag machte, er wuerde doch gerne mal Bogenschiessen machen, dachte ich mir dass ich meinem Sternzeichen ja mal alle Ehre machen koennte. Leider sind die Sportkurs hier viel zu teuer (60EUR/ Semester) aber man ist ja sowas wie im Urlaub! ;-) (leider muss ich mir das viel zu haeufig sagen) Dafuer war der Kurs aber echt lustig. Den innersten Kreis (5cm? Durchmesser) hab ich zwar noch nicht getroffen, aber aus schaetzungsweise 20m Entfernung einen mit 15cm Durchmesser.
Spanische Episoden IV
*pero perro: Hunde gibt es ja hier, wie schon frueher erwaehnt, reichlich. Ist ja auch kein Wunder wenn Spanien die, ich glaube, weltweit niedrigste (ja! noch hinter Deutschland!!!) Geburtenrate hat. Einmal wollten wir zu einem Kumpel nach Hause gehen und vor der Haustuer stand ein relativ grosser, aelter aussehender und zitternder Hund ohne Herrschen, welcher in die selbe Tuer wollte. Nach einigem Ueberlegen wie wir jetzt an diesem Hund vorbei kommen ohne dass er mit ins Haus kommt, ging ein Spanier rein und das Problem hatte sich somit auch geklaert. Drinnen folgte uns der Hund dann aber weiterhin, aber die gleiche Prozedur wollten wir dann doch nicht an der Wohnungstuer wiederholen, so dass wir ein bisschen ratlos dastanden. Nach einer Weile hoerten wir dann aus dem Erdgeschoss eine Stimme rufen und da uns nichts anderes uebrig blieb, fragten wir den, auch aelteren und genauso wie der Hund heruntergekommenden Mann ob dieser ihm gehoere. Wir waren zumindest einstimmig der Meinung das dieser bejahte. Irgendwie hatte ich den Eindruck dass der Hund sich vor seinem Herrschen fuerchtete, aber was soll man machen? Der Hund wollte nicht zu ihm, so dass sich der Alte die Treppen raufquaelte um sich dann den Hund zu krallen. Wir haben ihm dann noch den Fahrstuhl aufgehalten und alles verdraengt.