Mittwoch, Januar 24, 2007

 

Un feliz año nuevo



Da bin ich wieder zum neuen Jahr (was mittlerweile auch nicht mehr das jüngste ist). Ich wollte noch mal bemerken, dass ich mich sehr gefreut habe so viele von euch in den knapp zwei Wochen in Deutschland gesehen zu haben.

Meine Ankunft hier verlief relativ unspektakulär, wenn man von dem Verkehrschaos absieht und dass ich bei sage und schreibe 19°C (!!!) gelandet bin. Bis gestern war es auch durchgehend so warm, keine Wolke zu sehen und auch kein Lüftchen regte sich. Ich gedenke dem Rest Europas. So hatte ich auch zum ersten Mal die Chance (und hab es auch getan) Silvester im T-Shirt draußen zu stehen. Gefeiert habe ich in der Wohnung einer Freundin, in der wir auf der Terrasse gegrillt haben. So gesehen das letzte - im Alten und das erste Mal im neuen Jahr. Allerdings war jedwede Mitnahme von Feuerwerkskörpern (selbst Wunderkerzen) nicht gestatten und da es so was hier auch nicht zu kaufen gibt, verlief die Feier etwas ruhiger als in Deutschland so üblich. In Spanien ist es Brauch Punkt zwölf Uhr, zu den Glockenschlägen, jeweils eine Weintraube zu essen, was Glück für das kommende Jahr verspricht.

Die Uni begann dann erst eine Woche später, was daran liegt, dass hier in Spanien der Tag der heiligen drei Könige (ich hoffe jeder weiß was da gefeiert wird!!!) begangen wird, an dem auch die Geschenke überreicht werden. Etwas ungewöhnlich war es für mich schon in der Nachweihnachtszeit (für mich) noch überall Festbeleuchtung zu sehen und immer noch von schlechten Weihnachtsliedern berieselt zu werden. Dafür hab ich diese Woche aber so ruhig wie kaum eine andere ablaufen lassen. Ich hab ein paar, vorher noch nicht entdeckte Ecken Granadas erkundet und war sogar, am 4.Januar, am Strand – sonnen.

Alles kann so schön sein, doch dann holt ein’ wieder der Ernst des Lebens ein und neben der Uni begann auch die Examens(zumindest Lern-)phase, wobei ich mit zwei Stück noch recht gut dran bin. Nur muss ich diesen Donnerstag noch einen Vortrag halten.

Als guten Vorsatz hab ich mir, zum Ausgleich des ständigen Weggehens, eine gesündere Ernährung (nicht nur Tapas) gesetzt und mit ein paar Freunden hab ich auch schon wahre Gourmetküche gezaubert.

Einige sind schon mit gutem Beispiel voran und werden mich im März besuchen. Immer weiter so! Ich glaub an euch, dass es auch noch mehr hier her schaffen (vielleicht nicht alle auf einmal, aber so nacheinander war nett). Aber fragt wegen dem Termin trotzdem vorher mal an, da ich auch manchmal nicht hier bin.


Spanische Episoden VIII

*Kino: Letzten Freitag war ich mit ein paar Deutschen und ein paar Spaniern im Unikino und wir haben den Film von Al Gore (man erinnert sich – der US- Präsidentschaftskandidat ano dazumal) gesehen der im großen und ganzen die Zerstörung unserer lieben Erde zum Thema hatte. Er kam im Original mit Untertitel. Danach sind wir mit den Spaniern noch Tapas essen gegangen und wir kamen darauf, dass wir Deutsche (ich bin soooo stolz auf uns) den Untertitel hauptsächlich zum Spanischlernen verwendet haben und sonst mal wieder im Kino ganz entspannt dem Geschehen folgen konnten und den Spaniern das Englisch wohl spanisch vorkam (oder grade nicht)

* Pasta: Immerzu ist von Italienern zu hören, die, wenn sie Pasta in Deutschland probieren, einfach, vor (Kultur-)schock, tot umfallen. Ich muss sagen, dass ich mich in diesem Fall die Ansicht teile und meine, dass was die Deutschen unter ‚al dente’ verstehen bei weitem nicht das ist was es eigentlich mal sein sollte.
Nun ist mir letztens in meiner WG dazu was passiert: Ich kam nach Hause und seh’ wie in der Küche der Herd brennt. Als ich meine Sachen abgelegt hatte und mich selber daran machte mir Tortellini zu kochen sah ich, dass in dem Topf auf dem Herd (zu dem Zeitpunkt stand er wohl schon mindestens fünf bis zehn Minuten drauf) auch Pasta(normale die so ca 5-8min braucht) gekocht wurde. Ich hab dann meinen Topf daneben gestellt … dann abgewartet bis das Wasser kocht, die Tortellini dazu und diese brauchen bekanntlich auch ihre 12-15 Minuten. Danach dann das Wasser abgießen und die Soße warm machen … usw. man kennt das ja. Als ich dann im Wohnzimmer saß – es ist schätzungsweise mehr als eine halbe Stunde vergangen – hat dann mein Mitbewohner endlich mal den Topf vom Herd genommen. Ich war kurz davor zu fragen ob es das wirklich noch essen will. Que asco! Selbst als deutschem wird einem ja schon von der Vorstellung schlecht.
(Nebenbei geben die Spanier den Wasser auch noch reichlich Öl hinzu, was sich so auch nicht gehört)


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