Donnerstag, Oktober 05, 2006

 
Endlich Uni ;-)

Die Zeit des offiziellen Faulenzens ist nun vorbei. Seit Dienstag dem 3.10. hat die Uni in Granada begonnen und ich mich auf die Suche nach den Hoersaehlen fuer meine Vorlesungen gemacht.
Gluecklicherweise hab ich ja nur zwei Veranstalltungen, die aufgeteilt in jeweils drei Einzelstunden, dann doch wieder die ganze Woche einnehmen. Dazu kommt dann ja noch mein Sprachkurs der Uni und der private. In meinen Veranstalltungen sind wir ca. 10 Leute, da ich mich ausschliesslich fuer Wahlkurse entschieden habe und der Dozent spricht, wie auch nicht anders erwartet Andaluz, aber fuers Zuhoeren und das Wichtigste mitkriegen reicht es dann noch.
Am Samstag hat das ansaessige Erasmusbuero eine Reise in den Nationalpark 'Cabo de gata' organisiert. 8:15 gings los, nur dass ich wiedermal, wie so haeufig erst kurz vor sechs im Bett war und dabei noch nicht mal grossartig was gemacht habe. Nachdem ich aus meinem Koma im Bus erwacht bin, fanden wir uns an einem Strand wieder. 7.Oktober(!!!) und wir liegen bei schaetzungsweise 30ºC im weissen Sand und baden im kristallklaren Wasser, spielen Beachvolleyball und Frisby. Toll!!! :-P
Am Sonntag bin ich dann mit einigen Deutschen in einen kleinen Nationalpark in der Naehe von Granada gefahren (ich glaube der Ort hiess 'Monachil'). Nach einer kleiner Wanderung kamen wir in eine Schlucht mit Haengebruecken und Wegen die diese Bezeichnung eigentlich nicht verdienen, da man sich teils auf allen Vieren, teils kletternd fortbewegen muss. Selbstverstaendlich hat es auch einer von uns geschafft und den darunter liegenden Bach zu fallen *lol*. Aber halb so wild. Auch wenn ich's somit wieder nicht geschafft habe auszuschlafen, war es den Tripp auf alle Faelle wert, da die Landschaft dort wirklich toll ist. Man sollte sich bloss Zeit lassen, da es in den Dorf, wie so oft, keinen Busfahrplan gibt und man so einfach warten muss bis vielleicht mal einer kommt.

WG Geschichten I

Man braucht eigentlich keine Komedy mehr, eigentlich ist es voellig ausreichend sich jeden Tag aufs neue die Erlebnisse in den einzelnen WGs schildern zu lassen. Ich versuch mal alles was mir noch im Gedaechtnis geblieben ist hier auszuzaehlen.
Zuerst zu mir:
*Das mir mein Mitbewohner erzaehlt dass er gerne kochen wuerde, aber dass wir fuer fuenf Leute nur einen Topf und zwei Messer besitzen hatte ich glaube ich schon mal erwaehnt. In anderen WGs sieht's aehnlich schlimm aus: Zwar haben sie dann z.B. 5 Toepfe aber nur eine funktionierende Herdplatte.
*An dem Donnerstag bevor wir nach Cádiz gefahren sind, wollte ich meine Waesche dann doch mal in der Waschmaschiene waschen nur dass ich diese nach der Waesche nicht mehr aufbekam. Eigentlich sollte mal einen kleinen Plasthebel (wer baut denn auch sowas?!) gezogen werden, aber es ruehrte sich nichts. Nun stand aber ein langes Wochenende bevor und wie das hier so ueblich ist, sind die Spanier alle in ihren Doerfern (pueblos) und auf jeden Fall nicht da um mir zu helfen. Ich hatte schon so ein bloedes Gefuehl dass sich dann nach wirklich vorsichtigen Ruetteln dann auch bestaetigte, als ich den Plastehebel in meine Hand hielt. Alles hielf nichts, die Maschiene blieb zu und ich musste mich aufmachen, denn die Anderen warteten.
Als ich am Sonntag wieder kam, waren dann meine Mitbewohner auch wieder da und ihnen ist mein kleines Maloehr nicht entgangen. Gemeinsam versuchten wir mit einem Loeffel den Hebel zu ersetzen was dann, oh Wunder, auch klappte. Dumm nur dass meine Waesche nach der Zeit auch dementsprechend roch, so dass ich mich entschied sie nochmal zu waschen, in der Hoffnung dass mit dem Loeffel klappt noch ein zweites Mal. Hat es nicht und irgendwie beim Versucht den Verschluss andersweitig zu oeffnen, hab ich dann die Tuer gaenzlich zerstoert. *joder!* Meine Sachen musste ich trotz allem noch mal mit der Hand waschen, da der Geruch immer noch drin war. Zu meinem Glueck ist das hier in Spanien wohl so, dass der Vermieter fuer die Haushaltsgegenstaende aufkommt, so dass mir die Reparatur erspart geblieben ist und wir jetzt einen neuen kleinen Plastehebel haben.
Wenn ich den Ingeneur in die Finger kriege der so einen Mist fabriziert hat....

Spanische Episoden III

*Darfs ein bisschen mehr sein?: In Spanien ist so einigen Groesser. Zum Beispiel das Gemuese - Paprikas sind hier glatt mal doppelt so gross wie in Deutschland und auch bei industriell hergestellten Guetern wird nicht gespart. Wasser-, man muss schon Kanister sagen mit 8l, Oelflaschen haben hier ungefaehr die gleiche Groesse und auch bei Duschgel (1l) oder sonstigen Kosmetikartikel meint man doch die Familien-jahrespakung erwischt zu haben.

*Verkehr: Ich glaube ich erzaehl keinem was neues wenn ich sage, dass Ampeln hier eher als Entscheidungshilfe oder Richtlinie verstanden werde. Ich glaube ich hab auch oefters bei Rot die Ampel ueberquert als bei Gruen. Wer auf die Idee kommt hier Auto zu fahren, sollte gute Nerven, vor allem aber auch Geduld mitbringen und im Zweifelsfalle einfach losfahren (mit Hupen versteht sich).

*Stilfragen: Leider hab ich mich noch nicht getraut mal eine typische Spanische Frisur (incl. Outfit) fotographisch festzuhalten, aber ich versuch es mal mit Worten zu beschreiben.
Zuerst das harmlosere: Es ist hier voll Trend im Trainingsanzug ueber die Strasse zu rennen. Egal ob Mann oder Frau, wird auch nicht vor ausgefallenen Farben wie violett (Mann) zurueckgeschreckt. Ergaenzt wird das ganze mit einem hellblauen Kopftuch mit irgendeinem Muster drauf. Zur Vollendung haette eigentlich nur noch eine riesige Goldkette gefehlt. Frauen dagegen haben hier ab und zu den Anfall sich Unmengen 'Wet-Gel' in die Haare zu schmieren so dass dann so triefende Locken am Kopf herunter haengen. Man kann auch anders klar machen dass man nicht angesprochen werden will!
Und nun zur Krone der Schoepfung: Vokuhila (mir ist das Wort so fremd dass ich nicht mal weiss wie man es richtig schreibt) in allen Laengen und Formen. Das ganze mit Straenchen. Manchmal sieht man auch vereinsamte Zoepfe, Glitzeroberteile (halb Bauch(-behaarung)frei) u.s.w. ...
Ich hab wirklich das meiste schon wieder verdraengt, aber wenn ich mal wieder was sehe, berichte ich's (bzw. mach aus weiter Entfernung ein Foto), dann kann sich jeder eine Meinung bilden ob das nun schoen ist oder eher nicht. Aber ich denke ich werd diesen Trend mal gelassen an mir vorbei ziehen lassen. ;-)

*Entender: Wenn man hier in Spanien in eine Bar geht und sich dort eine Cola bestellen will, sollte man sich vorher im Klaren sein, was 'cola' (dict.leo.org) bedeutet (mit dem Wort 'coca' stehts da auch nicht besser). Mit ein bisschen Uebung kriegt man aber 'coca cola' irgendwann so ueber die Lippen dass man auch verstanden wird. Vor ein paar Tagen aber war ich in einer Tapasbar und auf die meine Bestellung hin berichtigte mich der Kellner dass sie hier ja 'Pepsi' verkaufen wuerden, so dass ich dann das bestellte.
Am Mittwoch, auf einer der vielen Erasmuspartys ging ich zur Bar und als ich sah dass sie dort auch Pepsi hatten bestellte ich '¡una pepsi por favor!'. Darauf die Antwort: '¿qué?'. Ich wieder holte: 'una pepsi' - Kopfschuetteln. Ich: '¡¿una coca cola?!' - 'ahhhh - una pepsi'
Das soll jetzt mal einer verstehen! ;-)
*Verstehen Teil 2: So mach einem Naturwissenschaftler, und sicherlich auch einigen anderen, ist die Existenz des griechischen Buchstabens Θ (Theta) wohl bekannt. Nun ist es aber im Spanischen nicht so schick 'theta' staendig sagen zu muessen (genau so wenig wie 'Cola', man suche wieder in diversen Woerterbuechern nach 'tetas'), so das dieser Buchstabe hier 'tita' heisst.

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